Ausgehen

The Bodyguard, London

in: Ausgehen, London

Ein Must-See, wenn ihr in London seid!
Ein relativ neues Musical, und daher den Massen wohl noch unbekannt, dennoch ein Stück, was meiner Meinung nach den Titel "Bestes Musical" verdient hätte!Ich war so ergriffen und begeistert von der Show, den Liedern, der Story, unfassbar!
Die Geschichte hält sich lose an den Film "Bodyguard" aus dem Jahr 1992 mit Whitney Houston, vertieft aber Charaktere und Geschichte viel mehr und ist gefüllt mit sämtlichen Liedern aus Whitney Houstons Glanzzeit - neu interpretiert und opulent, mittreissen, fetzig aufgemacht.
Ein Feuerwerk an Gefühlen - mit der weltbekannten Heather Headley in der Hauptrolle der Rachel Marron (Premierenbesetzung Nala in The Lion King, Premierenbesetzung Aida), Lloyd Owen gibt ihren Bodyguard.

vor 4 Jahren
von ronpossible
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Kommentare:
  • Opeege

    Opeege vor 4 Jahren Spam melden

    Leider kann ich die Meinung überhaupt nicht teilen. Habe mir für 90 Pfund (115 Euro) Karten für die Samstagabend-Vorstellung geholt. Plätze waren gut, das Theater ist Sound-, Bühnen- und Lichttechnisch TOP. Leider wars das schon. Die viel umjubelte Heather Headley verfügt unumstritten über eine technisch hochkarätige Stimme und kann wahrscheinlich zu jeder Tages und Nachtzeit jeden Ton, in jeder Oktave und jeder Lautstärke exakt produzieren - doch das reicht eben nicht um ein Gefühl beim Zuschauer zu erzeugen. Das Ergebnis: Nach einem fulminanten Auftakt sitzt man ab Minute drei für knappe zweieinviertel Stunden (und dabei hat die Regie schon versucht jeden Dialog durch unerträgliche, künstliche Pausen in die Länge zu ziehen) auf seinem überteuerten Platz und versucht krampfhaft nur ein kleines bißchen Gänsehaut zu bekommen. Doch es gelingt einfach nicht. Spätestens nach einer Stunde wünscht man sich, die Produzenten hätten ein paar tausend Pfund weniger in den Bühnenbau und dafür in die Story und die Regiearbeit investiert. Die Dialoge sind so grauenhaft, dass es außer Lloyd Owen keinem einzigen Darsteller gelingt auch nur annähernd realistisch rüberzukommen. Höhepunkt der Verwunderung: Nachdem Rachels Schwester im schönen Holzhüttchen am See erstochen wird, (kleine Randbemerkung: Die Handlung orientiert sich leider nur maginal am Film - im Original wird sie nämlich erschossen. Genauso wie im Film der psychotische Stalker und der Auftragskiller zwei verschiedene Personen sind, hier hat man einfach eine Rolle daraus gemacht, aber darüber will man sich ja schon gar nicht mehr beschweren), und Frank Farmer die Verfolgung via Videoprojektion aufnimmt findet Rachel ihre tote Schwester auf dem Boden des Waldhüttchens. Die Reaktion: Keine! Keine Träne, kein Schluchzen, kein Text kein Schrei, keine Emotion. Am Ende versucht Heather sich dann in einer künstlerisch hochwertigen Gesangseinlage was einem jedoch nicht vor Rührung sondern wegen Fremdschämens die Tränen in die Augen treibt. Die Show ist teilweise so langatmig und langweilig - dass selbst das Husten und Keuchen des Publikums in den laaaaaaangen Sprechpausen nach jedem Satz zur willkommenen Abwechslung wird. Ich weiß, man wollte bewusst keine Whitney-Show machen und hat die Hauptdarstellerin ermutigt, eine ganz eigene Interpretation der liebgewonnen Houston-Hits darzubieten. Doch wenn dabei nur noch Gejaule rauskommt - ist meines Erachtens niemandem geholfen. Vielleicht mögen sich manche vom Scheinwerferlicht und dem verzweifelten Party-Animations-Programm nach dem Schlussapplaus blenden lassen - doch Fans von emotionalem Musicaltheater, kann diese Darbietung wohl niemals glücklich machen.

  • ronpossible

    ronpossible vor 4 Jahren Spam melden

    Sehr drastisch formuliert, und ich muss aus meiner Sicht jedem einzelnen der angesprochenen Punkte widersprechen, was im Grunde nur zeigt, dass dieses Stück, wie jedes andere, persönlich sehr anders wahrgenommen werden kann. Ich hatte von Anfang bis Ende Gänsehaut, habe keine Sprechpause auch nur ansatzweise als lang, oder gar ZU lang empfunden, die kleinen Handlungsänderungen haben meiner Meinung nach die Geschichte bedeutend entwirrt und spannender gemacht, die Dialoge waren gespickt mit bissigem Humor und Tiefgründigkeit, in meinen Augen also alles andere als grauenhaft. Weder empfand ich, oder meine 4 Begleiter, Headleys Stimme als Gejaule, noch wirkte sie auf uns emotionslos. Die Todesszene war bei uns jedenfalls toll ausgearbeitet, dramatisch, und zu tränen rührend, Heather selbst war ein Meer aus Tränen, in mehreren Szenen spielte sie sehr authentisch, und Emotionen wurden so direkt vermittelt, wie ich es selten zuvor erlebt habe. Wir haben die Vorstellung 2 mal gesehen, und niemandem von uns ist etwas besonders negatives aufgefallen, in der ersten Vorstellung wurde lediglich die etwas holprige Performance von einer Drittbesetzung der Nicki Marron kritisiert. Auch die teuren Karten kann ich jedenfalls nicht bestätigen - wir saßen für 25 Pfund in der ersten Reihe - zwar dicht an den Boxen, was vermutlich den Preis so zustande kommen ließ - und beim zweiten Mal für 40 Pfund solide in der Mitte. Und mich als riesigen Fan des emotionalen Musicals, hat es sehr glücklich gemacht und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Also der Appell an Interessenten: selber ansehen und urteilen, man sieht ja, dass die Meinungen sehr divergent auseinander gehen können.

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